Ein Stapel Papiere
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Ein Stapel Papiere
(Erstes Blatt, mit kraftvoller Hand geschrieben) An Koch: Meine Familie ist gekommen, um sich bei mir zu entschuldigen. Eigentlich hätte ich ihnen nicht verzeihen sollen. Aber weißt du was? Er hat meinen Enkel mitgebracht, der gerade erst geboren wurde. Daher werde ich das Sanatorium verlassen. Das Grab und den Grabstein, die ich gekauft habe, schenke ich dir. Und denk ja nicht dran, abzulehnen, ich habe das eh schon alles mit dem Priester hier geregelt. Dieser Flecken Erde gehört jetzt dir. Ein Glück, dass noch kein Name in den Stein gemeißelt wurde. Es ist sogar ein ziemlich luxuriöser Grabstein, also such dir ein schickes Foto von dir aus, das mit einer richtigen Kamera aufgenommen wurde, und bring es dort an. Wenn wir in hundert Jahren nicht mehr sind, sehen wir uns in den wehenden Winden von Mondstadt wieder. Oh, nein, nein. Ich bin den Berg hinuntergegangen und du wirst auch früher oder später wieder gesund. Dann sehen wir uns in der Taverne am Fuße des Berges wieder. – Der mit 68 Jahren immer noch 1,83 m große Bauer (Zweites Blatt, mit einer anderen Handschrift) An alle Mitpatienten des Sanatoriums: Wir feiern, dass der alte Bauer sich endlich wieder mit seiner Familie vertragen hat. Der alte Bauer hat extra viel Geld für eine Grabstelle im Sanatorium in die Hand genommen, nur um zu demonstrieren, dass er mit seiner Familie gebrochen hat. Na gut, vielleicht war da wirklich auch ein bisschen echte Entschlossenheit dabei. Aber ich glaube eher, das war eine Mischung aus einer spontanen Laune und seines durch die Demenz induzierten Verfolgungswahns. (Ich mache mich hier nicht über Demenz und die Betroffenen lustig. Hier im Sanatorium gibt es viele alte Leute, die daran leiden. Also bitte, kümmert euch gut um die Senioren in eurer Familie.) Da er sich jetzt mit seiner Familie versöhnt hat, hat er mir die Grabstelle geschenkt. Aber ich will überhaupt kein Grab, das bringt Unglück! Und ich schätze, von euch will es auch niemand haben, weil es wirklich nur Pech bringt. Da meine Lungenkrankheit bald geheilt sein wird und ich den Berg verlassen werde, gebe ich hiermit das Eigentumsrecht an Grab und Grabstein frei. Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Nein, das klingt irgendwie komisch. Bei wem Bedarf besteht, der kann ... ne, das passt auch nicht. Egal, ihr wisst schon, was ich meine. Und euch, liebe geheilte Mitpatienten, lade ich ein, mich mal auf einen Drink zu besuchen, wenn ihr Zeit habt. – Koch, der sich nach seiner Genesung einen neuen Job sucht und nie wieder in die Mine gehen will (Drittes Blatt, wieder mit einer anderen Handschrift) An alle Mitpatienten des Sanatoriums: Meine Familie haut und meißelt seit Generationen Grabsteine. Ich beherrsche den Liyue-Stil, den Mondstadt-Stil und sogar die Inazuma-Sotobas. Meine Arbeit ist vom Bestattungsunternehmen Wangsheng und der Favonius-Kathedrale anerkannt. Für das Meißeln von Grabinschriften bin ich der Richtige. Aber natürlich nur, bis ich wieder gesund bin und vom Berg herabsteige. Ach ja, ich nehme kein Geld. – Totengrabov, der das „Totengräberlied“ nicht singen kann. Frag mich noch einmal und ich meißle dir einen Fluch in deine Steintafel.
