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Aufzeichnungen eines Alchimisten I

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Aufzeichnungen eines Alchimisten I

Das Kernproblem bei der Bewahrung der Eigenschaften zweier oder mehrerer Lebensformen in einem einzigen Individuum besteht im Grunde darin, wie man verschiedene Kreislaufsysteme in einem einzigen Körper aufrechterhält. Die konventionelle Bio-Alchimie löst dieses Problem mithilfe künstlicher Organe, die man als „Primordiale Chimäre“ bezeichnet. Nach der Bewältigung der entsprechenden Abstoßungsreaktionen bilden biologische Embryonen unterschiedlicher Art über die „Primordiale Chimäre“ ihr jeweils eigenes inneres Kreislaufsystem aus. Sobald dieses System etabliert ist, können sich die verschiedenen Komponenten der unterschiedlichen biologischen Embryonen während des Wachstums verbinden und so eine Chimäre bilden. Eine „Primordiale Chimäre“ unterstützt maximal drei verschiedene biologische Embryonen – dies gilt als die etablierte Obergrenze. Aksinya behauptet jedoch, dass das theoretische Maximum bei fünf liege. Ich habe mit ihr gewettet: Sollte sie eine „Primordiale Chimäre“ erschaffen, die fünf biologische Embryonen unterstützt, werde ich sie heimlich auf ein Glas Wein in das „Restaurant Podvorye“ entführen. ... Die „urzeitliche Geomaterie“ veränderte schlagartig alles. Sie gleicht einer vollendeten Version der „Primordialen Chimäre“. Sie ist ein lebendiger Lebenstiegel, der ohne jegliche Grenzen alle Arten von biologischen Embryonen in sich aufnehmen kann. Dabei entfallen die Phasen früherer chimärischer Monster, bei denen ein innerer Kreislauf erst herangezüchtet und das Zusammenwachsen bis zum ausgewachsenen Stadium abgewartet werden musste. Stattdessen werden die verschlungenen biologischen Embryonen augenblicklich und vollständig absorbiert, wodurch sich ihre Merkmale direkt neu anordnen, und dennoch bleibt die Anzahl der inneren Kreislaufsysteme bei eins. Dies bildet das Fundament für die Züchtung einer perfekten Lebensform. ... Die „urzeitliche Geomaterie“ ist in der Tat das makelloseste Erzeugnis des antiken Hyperborea. Ihr einziger Fehler besteht darin, zu vollkommen zu sein ... ... und zwar so sehr, dass biologische Embryonen ihre individuellen Eigenschaften im Gegensatz zur Fusion mit einer „Primordialen Chimäre“ nicht mehr als eigenständige Komponenten bewahren können. Vielleicht sollte ich darüber nachdenken, wie man die biologischen Eigenschaften aus einem Organismus extrahiert, der aus „urzeitlicher Geomaterie“ hervorgegangen ist ...? Nun verstehe ich: Das muss auch der Grund dafür sein, warum man in Hyperborea erst in der Spätphase der Forschung an der „urzeitlichen Geomaterie“ das Volk der Leschi erschuf ... Man wandte sich von dem Schmelztiegel der „urzeitlichen Geomaterie“ ab, um nach einer stabileren und der Ewigkeit näherkommenden Lebensform zu suchen ... ... Die von Aksinya erschaffene „Primordiale Chimäre“, welche die Embryonen von fünf Lebensformen stützte, überlebte im stabilen Zustand nur wenige Atemzüge. Ich riet ihr, dies als einen nicht reproduzierbaren Zufall mit verschwindend geringer Wahrscheinlichkeit abzutun. Sie entgegnete: „Aber sag schon, unterstützt es nun fünf verschiedene Arten oder nicht?!“ Ich entgegnete ihr, dass einer Technologie, die keinerlei praktische Anwendungsszenarien besitzt und rein für Wetten entwickelt wird, jegliches Entwicklungspotenzial fehlt. Sie entgegnete: „Aber sag schon, unterstützt es nun fünf verschiedene Arten oder nicht?!“ ... Dabei hatte sie gar keine Lust auf Alkohol und bestellte im „Restaurant Podvorye“ lediglich ein alkoholfreies Getränk. Die Mora, die ich zur Bestechung der Wachen am Palast der Weißen Krone aufwenden musste, überstiegen den Preis ihres Getränks bei Weitem. Was für eine unvernünftige Frau. ... Womöglich wollte sie einfach nur einen Blick auf den Palast der Weißen Krone werfen?